19 SONNTAG im Jahreskreis

 

Lesung aus dem ersten Buch der Könige (19,9a.11-13a)

Evangelium nach Matthäus (14,22-33)

 

Es gibt so viele Dinge und Ereignisse, die unser Leben durcheinander-bringen, existenzielle Bedrohungen, die Angst machen, unser Leben wie in einem Sturm durcheinanderwirbeln.

Das ist in unserem Privatleben so, aber auch z.B. im Leben unserer Kirche, unserer Pfarrgemeinde. Wir befinden uns in so einem Prozess mit Veränderungen und Unsicherheiten. Pfarren werden zusammengelegt. All das bringt viel Unruhe. Wie wird das gehen? Werden wir als Pfarrgemeinde weiter bestehen oder werden wir untergehen?

Auch die Christen, für die der Evangelist Matthäus sein Evangelium geschrieben hat, erleben, 50-60 Jahre nach dem Tod von Jesus, unruhige Zeiten. Die Welt um sie herum war ihnen nicht sehr wohlgesinnt. Besonders ihr Glaube an Jesus wurde in Frage gestellt. Auch sie hatten Jesus nicht mehr persönlich gekannt, so wie wir. Es war nicht so einfach als Christen zu leben. Sie waren eine kleine Gruppe (so wie wir es immer mehr werden). Um sie nun im Glauben zu stärken, erzählt Matthäus von einem Seesturm. Es ist eine bildhafte Zusammenfassung ihres Lebens als Christen. Vielleicht auch unseres?

Wir geraten immer wieder in Gefahr, dass unser Glaube schwach wird. An Gott glauben ist nicht selbstverständlich. Wir werden immer wieder hinterfragt, in Frage gestellt durch unsere Umgebung, durch Erfahrungen, durch eigene Zweifel.

Wenn Jesus den verängstigten Jüngern zuruft: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“, dann soll damit die Erfahrung wiedergegeben werden, dass Gott nahe ist, dass er uns nicht allein lässt und dass er uns Mut zuspricht. Ich bin es! Ich bin der Ich-bin-da — der alte Name Gottes, den Mose am brennenden Dornbusch erfahren hatte, nun auch aus dem Munde Jesu. Gott erfahren wir selten in großartigen Naturereignissen oder Wunder. In der heutigen ersten Lesung findet auch der Prophet Elija Gott nicht in Sturm, Erdbeben oder Feuer, sondern in der Ruhe und in der Stille.

Petrus ist zunächst sehr mutig, bewundernswert: Er verlässt das sichere Boot, steigt in das tobende Wasser, um auf Jesus zuzugehen. Der Weg des Glaubens an Jesus ist wie ein Übers-Wasser-Gehen. Deswegen besteht die Gefahr, dass wir - durch die Bedrohungen unseres Lebens aus vielen Ursachen - Jesus aus den Augen verlieren.

Petrus ist nicht der perfekt Glaubende; aus sich allein schafft er es aber nicht, den neuen Weg zu gehen. Aber er schreit in seiner Not: „Herr, rette mich!“ Unser Vertrauen zu Jesus, zu Gott, kann uns über Wasser halten! Es, mobilisiert in uns Kräfte und lässt uns in der Not nach Ideen und Lösungen suchen. Aber oft sind wir „kleingläubig“ und haben das Gefühl unterzugehen.

Das ist die Botschaft dieses Evangeliums: Es ist keine Katastrophe, wenn unsere Ängste, Zweifel, unser Kleinglaube, uns immer wieder einmal absinken lassen. Nehmen wir doch unsere menschlichen Schwächen, unser Versagen an als etwas, das zu uns gehört. Aber bitten wir in diesen Situationen wie Petrus: "Herr, rette mich!"

Jesus streckt seine Hand zu Petrus aus. Jesus ist die „ausgestreckte, helfende Hand“, die Gott in unsere Menschengeschichte schickt. Wir dürfen nicht den Blickkontakt mit Jesus verlieren, weder im persönlichen und nicht als Pfarrgemeinde.

Der Evangelist Matthäus will seinen Christen, seiner Gemeinde, mit dieser Erzählung Mut machen: Habt keine Angst. Jesus ist da, Gott ist da. Gilt das nicht auch für uns? Es ist wichtig öfter die Anwesenheit Gottes in der Stille suchen. Und dann werden wir auch in den Stürmen unseres Lebens unser Vertrauen zu ihm nicht verlieren.

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